Winterschlaf

25.11.2020

Was machen Pflanzen im Winter?

Wenn es draussen kälter wird, machen wir es uns in der warmen Stube gemütlich. Pflanzen dagegen können nicht in die Wärme flüchten. Sie müssen den Winter anders überstehen. Wie machen sie das?

Alle Pflanzenarten, die in unseren Breitengraden heimisch sind, haben sich an den Winter angepasst. Sie haben Tricks entwickelt, wie sie sich gegen die Kälte schützen können.

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Abtauchen unter die Erde

Einige Pflanzen, wie Stauden und Zwiebelgewächse ziehen sich unter die Erde zurück. Tulpen oder Krokusse zum Beispiel lassen alle Pflanzenteile, die über der Erde wachsen, absterben. Also Blüten, Blätter und Stängel. Ihre im Sommer gesammelte Energie speichern sie in den unterirdischen Knollen und Blumenzwiebeln. So kann die Pflanze im Frühjahr schnell loslegen und sofort neue Blätter und Blüten bilden. Das Schneeglöckchen ist die erste Blume, die sogar schon im Februar zu blühen beginnt.

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Schnee als Isolation

Beim Überwintern im Boden hilft den Pflanzen aber auch noch etwas anderes: Schnee! Denn der Boden kann unter einer Schneedecke wieder auftauen. Dadurch können die Pflanzen Wasser aufnehmen.

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Wasser sparen

Im Winter ist nicht nur Kälte für viele Pflanzen ein Problem, sondern auch fehlendes Wasser. Bei Frost sind die Böden im Winter gefroren. Die Pflanze kann also kein Wasser über ihre Wurzeln aufnehmen. Daher zieht sie schon im Herbst das ganze Wasser aus den Blättern und wirft sie als unnötigen Ballast ab. Für uns ein herbstliches Schauspiel - für die Pflanzen ein Schutz. Die lebensnotwendigen Nährstoffe überwintern in Knospen, Sprossen und Wurzeln - fast ein halbes Jahr lang.

Es gibt aber auch Pflanzen, die ihre Blätter nicht abwerfen, zum Beispiel die Nadelbäume. Die Nadeln haben eine feste Oberhaut, durch die das Wasser nicht so leicht verdunstet und als Reserve für den Winter erhalten bleibt. Ein sehr sonniger Winter kann für Nadelbäume aber zum Problem werden. Zu viel Sonne zieht das Wasser aus den Nadeln. Bei gefrorenem Boden kann kein neues Wasser aus dem Boden gezogen werden. Die Folge: Der Nadelbaum droht auszutrocknen. Dies gilt auch für immergrüne Laubbäume.

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Frostschutz-Mittel

Einige Pflanzen haben einen besonderen Trick entwickelt, um sich vor Kälte zu schützen. Sie bilden eine Art Frostschutz-Mittel. Pflanzen bestehen aus winzig kleinen Zellen die unter anderem auch Wasser enthalten. Wenn es kalt wird, gefriert dieses Wasser. Das zerstört die Zellen und damit auch die Pflanze. Manche Pflanzen bilden nun aber besondere Stoffe: zum Beispiel verschiedene Formen von Zucker. Diese verhindern, dass das Wasser in den Zellen zu schnell gefriert. Die Herstellung dieses natürlichen Frostschutzes dauert aber mindestens 24 Stunden. Die Pflanze muss also rechtzeitig mit der Frostschutzbildung beginnen können. Bei einem überraschenden Kälteeinbruch erfriert sie.

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Fazit

Die Pflanzen sind mit diesen natürlichen Überlebensstrategien gegen den kalten Winter gewappnet. Wir können uns also ruhig in unser warmes Zuhause zurückziehen und uns auf den Frühling freuen, wenn im Garten alles wieder aus dem Winterschlaf erwacht.

 

Fragen zu Ihren Pflanzen im Winter?

Unsere Pflanzenfachpersonen geben Ihnen gerne Antwort. Wir  freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme. Sie erreichen uns telefonisch unter 041 250 75 50  oder  kontakt@hodelundpartner.ch.